Da war doch etwas mit dem 29. Ich bin mir relativ sicher. Aber was. Ich weiss es nicht mehr.
Wäre es wichtig, sich zu erinnern?
Ich glaube nicht daran, dass tolle Versprechen sich stillschweigend durch das ganze Leben ziehen, immer im Hintergrund, sich nie zeigen und dennoch am Ende beweisen, dass sie immer golten.
Ich bin fast immer in Zeitnot und unter Druck, und es gelingt mir selten, mal Luft zu schnappen und durchzuatmen. Aber auf dem Weg, egal wo ich gerade bin, merke ich oft, das dieser Tag und das, was ich gerade tue, mein Leben ist. Natürlich habe ich Pläne und Ziele, arbeite darauf hin und investiere dabei das Jetzt. Und trotzdem muss man im Kleinen, im Tag und Monat und Jahr immer Zeit finden für das, was einem wichtig ist: Jetzt oder nie. Ich habe mich sehr gefreut über einen Anruf von einem anderen, guten Freund am Sonntag - ein bischen zu quatschen und zu hören und sich zu freuen. Es ist schön, dass man Zeit findet und Zeit finden mag mit dem anderen zu reden, ungeachtet des ganzen vollgepackten Terminkalenders. Und auch wenn es ganz oft nicht passt: wenn man will, findet man irgendwann immer Zeit.
29. Da liegt also eine Absprache, ein Versprechen, eine Wette oder eine Freundschaft begraben, an die ich mich sehr gut erinnere weil sie mir viel Wert war. Aber in den letzten Jahren habe ich das ungute Gefühl nie loswerden können, dass sie einseitig ist. Und mein Gegenüber hat mich nie vom Gegenteil überzeugen können. Ich habe mich sehr gefreut, über jeden Anruf und jedes Gespräch. Aber ich war zu lange der Antreiber, und seitdem ich auf Gegenzug warte, passiert nicht viel. Das macht mich immer etwas traurig, wenn ich daran dachte, und immer etwas weniger traurig, je mehr ich es vergas.
Leben ist jetzt, jeden Monat jeden Tag jedes Jahr. Zu dem was wichtig ist, findet man Zeit. Zu dem was nicht so wichtig ist, findet man weniger. Eine simple, profane und völlig undramatische Wahrheit. Was nicht gelebt wird, wird Vergangenheit.
Und was jetzt? Soll ich mal anrufen und fragen, was das mit der 29 auf sich hatte?? Gleich morgen.
Montag, 28. Juli 2008
Sonntag, 27. Juli 2008
Equipment
Manchmal sieht mein Zimmer aus wie ein unaufgeräumtes Sportwarenlager. Dabei bemühe ich mich wirklich, mein Equipment gering zu halten: Aus dem Gletscherkurs neulich bin ich fast wieder rausgeflogen, zum Beispiel, da ich mangels hipper Funktionshose in Jeans angetreten bin. Naja, so wie ich bisher gewandert und geklettert bin, kam ich immer mit Schneehose und Luafhose aus. Ich habe auch überhaupt keine Lust, mich in die Reihe der 200Höhenmeter-macher Mammuthosenträger einzureihen, die sich alle 2 Stunden den hochengenieerten Energieriegel reinschieben um dann schick auf dem Gletscher in einer Hütte übernachten. In meiner Welt steigt und steigt und steigt man halt so lange und so schnell, bis man das Zelt aufschlägt und sich sofort in den warmen Schlafsack kuschelt - die 5 Minuten Kochnudeln müssen dann schon manchmal ausfallen.
Trotzdem häufen sich mit der Zeit ein paar Dinge an. Meine 2 Sets Sportklamotten sind wohl wirklich zu wenig, wandern genau einmal die Woche in die Wäsche (was hoher Überwindung bedarf, denn was ziehe ich dann morgen an??) und stinken die letzten 2 Tage davor schon erbärmlich. Meine 3 paar Laufschuhe sind eher historisch bedingt als den Verkaufstipps des Sport-Scheck in München geschuldet: Es sind die Alten, abgetragenen. Nach 1000-1500km ist die Dämpfung halt raus, trotzdem kann sie zwischendurch wunderbar mal wieder anziehen wenn man ein Stündchen auf die Bahn geht. Im Sportgeschäft dagegen bekommt man als bekennender Vielläufer unbedingt immer direkt 2 Paar topneue empfohlen, für die Fussergonomie und die Materialbelastung.
Mein erstes Rennrad zum Triatlon war dann auch ein altes, nämlich dass von meiner Schwester und drei Rahmengrössen zu gross. Bevor man sich ausstattet, sollte man erstmal schauen, ob man den Sport ernsthaft betreiben will, oder? Nach einem Frontalzusammenprall mit Klinikfolgen (für mich und mein Fahrrad) vor 4 Wochen habe ich allerdings wirklich ein neues Rad gekauft - einen Tag vor meinem ersten Triathlon. Und am Tag des Startes bin ich dann auch zum ersten mal in einem Wetsuit schwimmen gewesen: Junior, größe M, zwei Tage zuvor per Zufall erstanden. Ohne Wetsuit ist es im See für mich zu kalt.
Ich bin kein Purist. Wenn ich merke, dass es an der Ausstattung hapert, ziehe ich los und kaufe sie mir. Aber halt nicht vorher und auch nicht beim ersten mal. Mit diesem und jenem Equipment, verprechen die tollen Verkäufer in den grossen Sportgeschäften, sind sie 3 Minuten schneller. ?!?! In den allermeisten Fällen machen Kraft und Technik die Leistung. Und wenn ich dann an dem Punkt bin, dass ich denke, beides einigermassen ausgereizt zu haben, dann kümmere ich mich ums Material. Meinen Powerbar habe ich nicht in der Powerbar-Halterung hinter der Lenkstange, sondern plain und ausgepackt mit Klebeband am Oberrohr. Funktioniert prima. Und beim Triathlon schwimme ich in der Radfahrhose- hat dem ersten Platz nicht geschadet.
Trotzdem häufen sich mit der Zeit ein paar Dinge an. Meine 2 Sets Sportklamotten sind wohl wirklich zu wenig, wandern genau einmal die Woche in die Wäsche (was hoher Überwindung bedarf, denn was ziehe ich dann morgen an??) und stinken die letzten 2 Tage davor schon erbärmlich. Meine 3 paar Laufschuhe sind eher historisch bedingt als den Verkaufstipps des Sport-Scheck in München geschuldet: Es sind die Alten, abgetragenen. Nach 1000-1500km ist die Dämpfung halt raus, trotzdem kann sie zwischendurch wunderbar mal wieder anziehen wenn man ein Stündchen auf die Bahn geht. Im Sportgeschäft dagegen bekommt man als bekennender Vielläufer unbedingt immer direkt 2 Paar topneue empfohlen, für die Fussergonomie und die Materialbelastung.
Mein erstes Rennrad zum Triatlon war dann auch ein altes, nämlich dass von meiner Schwester und drei Rahmengrössen zu gross. Bevor man sich ausstattet, sollte man erstmal schauen, ob man den Sport ernsthaft betreiben will, oder? Nach einem Frontalzusammenprall mit Klinikfolgen (für mich und mein Fahrrad) vor 4 Wochen habe ich allerdings wirklich ein neues Rad gekauft - einen Tag vor meinem ersten Triathlon. Und am Tag des Startes bin ich dann auch zum ersten mal in einem Wetsuit schwimmen gewesen: Junior, größe M, zwei Tage zuvor per Zufall erstanden. Ohne Wetsuit ist es im See für mich zu kalt.
Ich bin kein Purist. Wenn ich merke, dass es an der Ausstattung hapert, ziehe ich los und kaufe sie mir. Aber halt nicht vorher und auch nicht beim ersten mal. Mit diesem und jenem Equipment, verprechen die tollen Verkäufer in den grossen Sportgeschäften, sind sie 3 Minuten schneller. ?!?! In den allermeisten Fällen machen Kraft und Technik die Leistung. Und wenn ich dann an dem Punkt bin, dass ich denke, beides einigermassen ausgereizt zu haben, dann kümmere ich mich ums Material. Meinen Powerbar habe ich nicht in der Powerbar-Halterung hinter der Lenkstange, sondern plain und ausgepackt mit Klebeband am Oberrohr. Funktioniert prima. Und beim Triathlon schwimme ich in der Radfahrhose- hat dem ersten Platz nicht geschadet.
Dienstag, 8. Januar 2008
Neujahrsvorsätze
Ziel:
Paper veröffentlichen
Diss eintüten
keine Samstag abende mehr im Labor (alternativ: weniger Wochenenden)
einen 4000er besteigen (alternativ: Grossglockner)
Lachen
Paper veröffentlichen
Diss eintüten
keine Samstag abende mehr im Labor (alternativ: weniger Wochenenden)
einen 4000er besteigen (alternativ: Grossglockner)
Lachen
Dienstag, 1. Januar 2008
2007
Über Weihnachten habe ich mir einen "Spiegel" Jahresrückblick gekauft. Das Jahr hindurch war ich, fernseherlos und immer knapp bei Zeit, kaum mit Nachrichten in Kontakt gekommen. Mal eine ambitionierte Samstagszeitung, mal ein flüchtiger Blick in Spiegel online oder ein gemütlicher Abend früh im Bett mit der heruntergeladenen Tagesschau auf dem Laptop. Da kam mir die Jahresausgabe des Spiegels als günstige Gelegenheit, mich quasi in letzter Minute noch über das zu informieren, was ich im letzten Jahr verpasst hatte.

Ich stelle fest, es war nicht viel. Das Chirac Sarkozy heisst und Putin immer noch Putin, zugegeben, das hatte ich wohl mitbekommen. Aber ansonsten? Vieles war interessant, aber wirklich wichtig? ... schien mir nichts.
Mein Gott, bin ich Politikmuffel? Was soll ich sagen zum Aufstand in Burma, zum bevorstehenden Machtwechsel im Weissen Haus, zu Putin, zu Krümmel und Vattenfall. Was bringt meine unfundierte, auf einer handvoll Medienberichten basierende Meinung die ich weder in der CDU, der anarchistischen Pogopartei noch vor Gerichten oder Ausschüsen vorbringen werde? Demokratie lebt davon, das alle mitmachen. Wo fängt das an? Dabei, zu wissen, welche Einstellungen und Attitüden das Russische oder Französische Staatsoberhaupt haben? Ist es egal, keine Meinung zu haben oder ist es wichtig, ein Teilglied zu sein, dass politische Kräfte bewegt? Und als Mensch Verantwortung tragen heisst, Unrecht nicht zu tolerieren. Hätte ich meine Arbeit niederlegen sollen und nach den Vorfällen von Mügeln auf die Strasse gehen sollen um zu beweisen, dass sich kein Ausländer in Deutschland fürchten muss?
Natürlich waren viele Eregnisse 2007 wichtig. Aber wenn sie realstischer Weise nicht in meinem Einflussraum liegen, dann gibt es mir auch nicht viel, darum zu wissen. Dann sind es nur schöne oder unschöne Geschichten, die im besten Fall bilden.

Ich stelle fest, es war nicht viel. Das Chirac Sarkozy heisst und Putin immer noch Putin, zugegeben, das hatte ich wohl mitbekommen. Aber ansonsten? Vieles war interessant, aber wirklich wichtig? ... schien mir nichts.
Mein Gott, bin ich Politikmuffel? Was soll ich sagen zum Aufstand in Burma, zum bevorstehenden Machtwechsel im Weissen Haus, zu Putin, zu Krümmel und Vattenfall. Was bringt meine unfundierte, auf einer handvoll Medienberichten basierende Meinung die ich weder in der CDU, der anarchistischen Pogopartei noch vor Gerichten oder Ausschüsen vorbringen werde? Demokratie lebt davon, das alle mitmachen. Wo fängt das an? Dabei, zu wissen, welche Einstellungen und Attitüden das Russische oder Französische Staatsoberhaupt haben? Ist es egal, keine Meinung zu haben oder ist es wichtig, ein Teilglied zu sein, dass politische Kräfte bewegt? Und als Mensch Verantwortung tragen heisst, Unrecht nicht zu tolerieren. Hätte ich meine Arbeit niederlegen sollen und nach den Vorfällen von Mügeln auf die Strasse gehen sollen um zu beweisen, dass sich kein Ausländer in Deutschland fürchten muss?
Natürlich waren viele Eregnisse 2007 wichtig. Aber wenn sie realstischer Weise nicht in meinem Einflussraum liegen, dann gibt es mir auch nicht viel, darum zu wissen. Dann sind es nur schöne oder unschöne Geschichten, die im besten Fall bilden.
Samstag, 22. Dezember 2007
Weihnachten!
You really dont need to be a child to enjoy christmas. Some years ago christmas was only stressful for me, trying to get presents while not stepping back from the workload, then interupting a busy schedule just to be back as soon as possible, and in the meantime feeling weired, this few days with nothing to do at my families place. But growing up indeed means to be able to enjoy Christmas again! I learned taking a bit more time for it. And you dont need much, maybe one or two days. The opportunity to make time to catch up, celebrate and spend time together. With your partner, with your friends, and finally with your family. Have a stroll over the Christmas market, chatting. Meeting people on a christmas party (or an IMPRS seminar, whatever). Have an evening with a candle lit, writing or reading. Or calling someone you have not met for far too long.
Merry Christmas for everyone!
Merry Christmas for everyone!
Donnerstag, 6. Dezember 2007
5 Minuten Takt
Es gibt Tage, die sind so dicht gepackt, dass man das Gefühl hat, sie seien bis auf die letzten Minuten verplant, und als beginnen die Dinge, die zu erledigen sind, im 5 Minuten Takt. Manchmal kann das sehr schön sein, denn es gibt viel Neues, es gibt große Anforderungen. Wenn man viel versucht, kann man auch viel erreichen. Und selbst die Tatsache, einfach alles gegeben zu haben am Ende des Tages kann glücklich machen. Wenigstens eine Zeit lang. Denn dann gibt es den sensiblen Punkt, an dem die Intensität wieder nachlassen muss. Ich kann nicht jeden Tag Höchstleistung bringen, und wenn ich keine Chance habe, zu bremsen, fliege ich aus der Kurve. Dann merkt man, dass die Welt, die man angedreht hat leider genug Massenträgheit mit sich bringt, dass sie nicht einfach wieder aufhört, sich zu drehen. Daß man das Tempo eigentlich gar nicht mehr will - und nicht mehr kann- aber daß man es nicht mehr bestimmen kann. Daß da noch so viele Termine sind, heute und morgen und übermorgen, daß man sich ausrechnet, wann man denn irgendwann wieder Zeit zum durchatmen haben wird.
Und an dem Punkt wird selbst Schlafen schwer, denn man steht unter dem Druck, die Zeit der Nacht gewissenhaft als Schlafzeit zu nutzen.
Und man wird wahnsinnig ineffektiv und schlecht gelaunt, weil einfach alles die Kraft kostet, die man nicht mehr hat. Ich nenne es "aus der Kurve fliegen". Denn es ist wie beim Autorennen, daß ich als Kind oft gegen Dorthe auf dem C64 gespielt habe: wenn man sich verschätzt hat und zu schnell in die Kurve einfährt, schabt man mit dem Reifen am Rand. Schliesslich muss man ganz langsam werden um vom Rand wieder loszukommen und seine Reifen nicht völlig abzufahren - denn das ist das Aus. Und wenn man rauskommt aus der Kurve war man viel langsamer, als wenn man gewesen wäre, wenn man richtig geschätzt hätte.
Und an dem Punkt wird selbst Schlafen schwer, denn man steht unter dem Druck, die Zeit der Nacht gewissenhaft als Schlafzeit zu nutzen.
Und man wird wahnsinnig ineffektiv und schlecht gelaunt, weil einfach alles die Kraft kostet, die man nicht mehr hat. Ich nenne es "aus der Kurve fliegen". Denn es ist wie beim Autorennen, daß ich als Kind oft gegen Dorthe auf dem C64 gespielt habe: wenn man sich verschätzt hat und zu schnell in die Kurve einfährt, schabt man mit dem Reifen am Rand. Schliesslich muss man ganz langsam werden um vom Rand wieder loszukommen und seine Reifen nicht völlig abzufahren - denn das ist das Aus. Und wenn man rauskommt aus der Kurve war man viel langsamer, als wenn man gewesen wäre, wenn man richtig geschätzt hätte.
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