Donnerstag, 6. Dezember 2007

5 Minuten Takt

Es gibt Tage, die sind so dicht gepackt, dass man das Gefühl hat, sie seien bis auf die letzten Minuten verplant, und als beginnen die Dinge, die zu erledigen sind, im 5 Minuten Takt. Manchmal kann das sehr schön sein, denn es gibt viel Neues, es gibt große Anforderungen. Wenn man viel versucht, kann man auch viel erreichen. Und selbst die Tatsache, einfach alles gegeben zu haben am Ende des Tages kann glücklich machen. Wenigstens eine Zeit lang. Denn dann gibt es den sensiblen Punkt, an dem die Intensität wieder nachlassen muss. Ich kann nicht jeden Tag Höchstleistung bringen, und wenn ich keine Chance habe, zu bremsen, fliege ich aus der Kurve. Dann merkt man, dass die Welt, die man angedreht hat leider genug Massenträgheit mit sich bringt, dass sie nicht einfach wieder aufhört, sich zu drehen. Daß man das Tempo eigentlich gar nicht mehr will - und nicht mehr kann- aber daß man es nicht mehr bestimmen kann. Daß da noch so viele Termine sind, heute und morgen und übermorgen, daß man sich ausrechnet, wann man denn irgendwann wieder Zeit zum durchatmen haben wird.
Und an dem Punkt wird selbst Schlafen schwer, denn man steht unter dem Druck, die Zeit der Nacht gewissenhaft als Schlafzeit zu nutzen.
Und man wird wahnsinnig ineffektiv und schlecht gelaunt, weil einfach alles die Kraft kostet, die man nicht mehr hat. Ich nenne es "aus der Kurve fliegen". Denn es ist wie beim Autorennen, daß ich als Kind oft gegen Dorthe auf dem C64 gespielt habe: wenn man sich verschätzt hat und zu schnell in die Kurve einfährt, schabt man mit dem Reifen am Rand. Schliesslich muss man ganz langsam werden um vom Rand wieder loszukommen und seine Reifen nicht völlig abzufahren - denn das ist das Aus. Und wenn man rauskommt aus der Kurve war man viel langsamer, als wenn man gewesen wäre, wenn man richtig geschätzt hätte.

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